Paul Gauguin

Paul Gauguin- Wegbereiter des Expressionismus
Paul Gauguin gehört zu den bedeutendsten Malern unserer Zeit. Durch die Entwicklung seines eigenen Stils gilt er als einer der Wegbereiter des Expressionismus in der Malerei. Seine farbintensiven Gemälde mit Motiven aus der Südsee gehören zu den wichtigsten Werken der Kunstgeschichte.

1848 in Paris geboren, wuchs Paul Gauguin zunächst in Lima auf, kehrte mit seiner Mutter 1855 zurück nach Orleans und heuerte 17-jährig bei der Handelsmarine an. 1871 nahm er eine Anstellung in einem Bankhaus in Paris an und heiratete 1873 die Dänin Marie Sophie Gad. Nach einem Börsencrash und finanziellen Verlusten wandte er sich der Malerei zu, in der Hoffnung davon leben zu können. Die Existenz seiner Familie war jedoch nunmehr von finanziellen Engpässen und wirtschaftlichen Schwierigkeiten geprägt, was schließlich zur Trennung des Paares führte. Ab 1886 lebte er, unterbrochen von Aufenthalten in Panama und Martinique, in Pont-Aven. In dem beliebten Künstlertreffpunkt in der Bretagne fand er mit seinen Arbeiten Anerkennung und entwickelte mit einer kleinen Gruppe von befreundeten Künstlern eine neue Stilrichtung. Nach einer kurzen Zeit mit Vincent van Gogh in Arles folgte Gauguin endgültig seinem Wunsch und lebte von 1891 bis 1893 in Tahiti. Dort entstanden seine farbintensiven, exotischen Werke, die jedoch eher sein Wunschdenken widerspiegeln als das tatsächliche Tahiti damals als französische Kolonie. Der zweite Aufenthalt in Polynesien war gezeichnet von Krankheiten, Enttäuschung und Zusammenbruch. Auf der Suche nach mehr Ursprünglichkeit zog er 1901 nach Atuona auf den Marquesas Inseln, wo er 1903 erst 54-jährig starb.

Ausgehend von der damals fortschrittlichen Stilrichtung des Impressionismus mit verschwimmenden Formen und Farben, wandten sich die Künstler der „Schule von Pont-Aven“ um 1888 einer neuen Maltechnik zu. In Gegenbewegung zum Pintillismus brachte eine Synthese der Ausdrucksformen des Symbolismus und der Konturtechnik des Cloisonismus den für Gauguin so typischen Malstil hervor. Dieser Synthetismus sollte stellvertretend für postimpressionistische Malerei und somit wegweisend für den nachfolgenden Expressionismus werden. Naturdarstellungen, mit eigenen Gefühlen und Gedanken interpretiert, werden in klaren Linien und Formen, intensiven Farben und deutlichen Abgrenzungen zwischen den Flächen zum Ausdruck gebracht. Angestrebt wird eine Einheit aus tatsächlicher Wahrnehmung und erdachter Vorstellung in einem perfekten ästhetischen Verhältnis von Farben, Formen und Linien. Ausdrucksstarke, farbenprächtige Werke, wie „Vision nach der Predigt“, sowie unzählige Gemälde mit Südseemotiven, wie „Zwei Frauen von Tahiti“ oder „La Sieste“, entstehen.

Obwohl Gauguin schon zu Lebzeiten ein geschätzter Künstler war, erreichten seine Werke erst lange nach seinem Tod bei Versteigerungen Höchstsummen. 2006 erzielte „Der Mann mit der Axt“ 45,7 Millionen US-Dollar.