Henri de Toulouse-Lautrec

Henri de Toulouse-Lautrec – Leben und Werk
Der französische Maler und Grafiker Henri de Toulouse-Lautrec wurde am 24. November 1864 in Albi geboren. Er gilt als wichtiger Vertreter des Post-Imperialismus und Vorläufer des Expressionismus.

Henri de Toulouse-Lautrec wuchs in wohlhabenden Verhältnissen auf. Seine Eltern gingen getrennte Wege und er wurde von seiner Mutter aufgezogen. Bereits als Kind zeigten sich die ersten Symptome seiner Erbkrankheit, der Pyknodysostose. Dabei handelte es sich um eine äußerst seltene Knochenkrankheit, die zu Kleinwüchsigkeit führt. Henri de Toulouse-Lautrec musste häufig in Sanatorien behandelt werden. In dieser Zeit malte er viel. Sein künstlerisches Talent zeigte sich bereits sehr früh. Der Tiermaler René Princeteau brachte ihm in Paris die Grundlagen der Malerei bei. Mit 14 Jahren malte er seine ersten Ölbilder. Nach dem Abitur im Jahr 1881 wurde er zunächst von dem Pariser Maler Léon Bonnat und später von Fernand Cormon unterrichtet. Henri de Toulouse-Lautrec entwickelte schnell eine eigene Maltechnik, die sich von der gängigen Malweise des Pariser Salons unterschied. Beeinflusst wurde seine Kunst bald darauf nicht nur von Édouard Manet, Edgar Degas und Pierre-Auguste Renoir, sondern auch von seinen Freunden, darunter Vincent van Gogh und Émile Bernard, von denen er Portraits anfertigte.

Im Alter von 20 Jahren zog Henri de Toulouse-Lautrec in die Pariser Rue Fontaine 19 zu seinen Kommilitonen René und Lilly Grenier und mietete sich bald darauf ein eigenes Atelier. Ende der 1880er-Jahre beteiligte sich Toulouse-Lautrec an einer Ausstellung der belgischen Künstlervereinigung Les Vingt. Er verhalf der Lithografie zu einer Renaissance und verwendete diese Technik für das Anfertigen von Illustrationen und Plakaten. Diese Technik war für die spätere Entstehung der Werbung essentiell. Auch seine Motive veränderten sich: Bilder vom Zirkus, dem Pariser Nachtleben und Vergnügungslokalen wurden von nun an zu seinem Markenzeichen. In seinen Gemälden finden sich auch die Emotionen und die Atmosphäre dieser Umgebung wieder. Im Mittelpunkt seines Werks standen weniger die großen Menschengruppen, sondern vielmehr das Portrait einzelner Persönlichkeiten. Henri de Toulouse-Lautrec grenzte sich in seiner Malerei von den bisher üblichen Motiven ab und beschritt einen moderneren, neuartigen Weg. Auch hier zeigt sich eine gewisse Nähe zum späteren Expressionismus.

Henri de Toulouse-Lautrec wandte sich gegen Ende seines Lebens dem Alkohol zu. Sein körperlicher Zustand verschlechterte sich auch durch seine Erkrankung zusehends, bis er schließlich im Kreise seiner Eltern am 9. September 1901 im französischen Gironde verstarb. Er wurde nur 36 Jahre alt. Zu seinem Gedenken wurde 1922 in seiner Geburtsstadt das Musée Toulouse-Lautrec eröffnet.