Berühmte Autoren

Der bedeutendste Vertreter des Expressionismus
Der 1878 geborene Alfred Döblin zählt zu den bedeutendsten Vertretern der expressionistischen Prosa. Seine größten Erfolg hatte er mit dem Roman „Berlin Alexanderplatz“. Die Geschichte von Franz Biberkopf spielt im Berlin des Jahres 1929. In Anlehnung an James Joyce gelingt es Alfred Döblin in seinem beispielhaften Roman des Expressionismus, neue Möglichkeiten zu erschließen. Der Roman ist gekennzeichnet durch eine Deutlichkeit der Charakterisierung der Figuren, allen voran Franz Biberkopf. Zuvor war Alfred Döblin, der in Berlin als Arzt und Psychiater tätig war, mit verschiedenen weltumspannenden Romanen hervorgetreten. Im Buch „Wallenstein“, das 1920 erschien, ist noch Döblins Neigung zu einer barocken Erzählweise zu erkennen. Während der Nazizeit emigrierte Döblin nach Frankreich und kehrte 1946 nach Deutschland. 1957 starb er in der Nähe von Freiburg.

Professor Unrat
Heinrich Mann (geb. 1871), der ältere Bruder Thomas Manns, stand mit seinen zeit- und gesellschaftskritischen Romanen zuerst unter dem Einfluss des Naturalismus. Später näherte er sich dem Expressionismus und löste mit seinen Romanen gerade unter den jüngeren Autoren der damaligen Zeit große Begeisterung aus. In seinem 1905 veröffentlichter Roman „Professor Unrat oder Das Ende eines Tyrannen“ verwendet er beispielhaft die Ironie, die zu den wichtigen rhetorischen Mitteln des Expressionismus zählt. Ähnliche Stilmittel verwendet Heinrich Mann bei seinem Roman „Der Untertan“ aus dem Jahr 1914. Andere Werke sind nicht so eindeutig dem Expressionismus zuzuordnen. Heinrich Mann emigrierte während der Zeit des Nationalsozialismus in die USA und starb am 11. März 1950 in Santa Monica (Kalifornien).

Die Repräsentantin des lyrischen Expressionismus
Elisabeth Schüler wurde 1896 geboren und heiratete 1894 den Arzt Berthold Lasker, mit dem sie im gleichen Jahr nach Berlin zog. Unter dem Namen Else Lasker-Schüler veröffentlichte Sie 1902 mit „Styx“ ihren ersten Band mit Gedichten, die vom Jugendstil und dem Impressionismus beeinflusst waren. 1903 trennte sie sich von Berthold Lasker. Zur führenden Repräsentantin des lyrischen Expressionismus wurde Lasker-Schüler mit der Veröffentlichung des Gedichtbandes „Meine Wunder“. Hier thematisiert die Schriftstellerin die Liebe, die fortan zum zentralen Thema ihrer Werke werden sollte. Die Autorin jüdischer Herkunft musste 1933 nach tätlichen Angriffen auf sie in die Schweiz emigrieren. Später folgten Jahre in Palästina, wo 1943 mit „Mein blaues Klavier“ ihr letzter Gedichtband erschien. 1945 starb Else Lasker-Schüler in Jerusalem.

Arzt und Schriftsteller
Gottfried Benn (1886-1956) brach bereits mit seinen ersten Gedichtveröffentlichungen die lyrischen Traditionen. Mit seinen Morgue-Gedichten wies er sich als poetischer Vertreter des Expressionismus aus. Der Arzt Gottfried Benn verarbeitete als Lyriker Erfahrungen und Erlebnisse aus seinem Berufsalltag. Benns spätere Gedichte haben oft einen nihilistischen Klang, der sich mit Hoffnungslosigkeit paart, während die Morgue-Gedichte sich durch ihren zynischen Ton auszeichneten. Benn, der zunächst mit dem Nationalsozialismus sympathisierte, wurde von den Nazis mit einem Schreibverbot belegt. Mit seinen „Statischen“ Gedichten fand Gottfried in der Bundesrepublik einen literarischen Neuanfang. 1951 wurde er für sein Werk mit dem Georg-Büchner-Preis geehrt.

Expressionismus aus der Schweiz
Der Schweizer Schriftsteller Robert Walser (1878-1956) gehörte lange Zeit zu den vergessenen Autoren. Seit 1933 lebte er in „geistiger Umnachtung“. In der Zeit von 1905 bis 1913, die Robert Walser in Berlin verbrachte, erschienen die bedeutenden Romane „Geschwister Tanner“ (1905), „Der Gehülfe“ (1908) und „Jakob von Gunten“ (1909). Insbesondere Walsers Roman „Der Gehülfe“ gilt als Beispiel expressionistischer Prosa. Kindliches Staunen wechselt mit Betroffenheit. Der Gehülfe sehnt sich nach einer idyllischen Schutzinsel. Beklemmende Präzision und behutsam verschnörkelte Ironie sind eingebettet in ein weitschweifiges Erzählen nach der Art von Jean Paul.